Fünft kompetente Architekten-Teams sind eingeladen, sich an dem zweiphasigen Architektenwettbewerb über ein Bebauungskonzept unter Einbeziehung des Rheinschlosses zu beteiligen.

Ihre Teilnahme bedingt die Rückgabe Unterzeichnung und Rücksendung einer Ausfertigung dieser Erklärung / Vereinbarung, in welcher die Rahmenbedingungen des Wettbewerbes formuliert bzw. vereinbart werden.

Es handelt sich hier um eine privatrechtliche Ausschreibung eines zweiphasigen Architektenwettbewerbes und nicht um eine öffentlich rechtliche Angelegenheit.

Ich beabsichtige ernsthaft unter dem Vorbehalt einer politischen und verwaltungstechnischen Umsetzbarkeit, mit den Verfassern der ausgewählten Arbeiten weiter auf Grundlage der HOAI zusammenzuarbeiten. Urheber- und Nutzungsrecht regeln die RPW 2008 (§8).

Phase I behandelt die skizzenhafte Ausarbeitung und Darlegung einer Idee, die die optimale Ausnutzung des vorhandenen Grundstückes aus wirtschaftlichen Gründen zum Gegenstand hat.

Dies vor dem Hintergrund, dass bisher kein Bebauungsplan existiert und die vorgeschlagene Machbarkeit und architektonische Gestaltung zur Entscheidungsfindung im Gemeinderat führen soll. Damit sind die Grundlagen für einen Bebauungsplan geschaffen, der zur Phase II führen kann.

Phase II beinhaltet den eigentlichen Architektenwettbewerb
zu dem die von einem Gremium nach Phase I ausgewählten
maximal 3 Konzepte zugelassen werden.

Der zweiphasige Architektenwettbewerb soll die Beschlussfassung des Gemeinderates der Stadt Waldshut-Tiengen vom 17.05.2010 mit einbeziehen. Folgende Beschlüsse sind gefasst:

1. Beschluss
Der Gemeinderat möchte, dass auf jeden Fall nach dem Abriss des Rheinschlosses an dieser Stelle wieder ein Gebäude entsteht. Für die bauliche Nutzung kann auch ein größerer Teil des Hanges als bisher in Anspruch genommen werden.

2. Beschluss
Die Höhe des Gebäudes soll mindestens der des bestehenden Gebäu-des entsprechen, kann aber auch höher werden.

Kernpunkt Ihrer vorgeschlagenen Bebauung ist nach meinen Vorstellungen die wirtschaftliche Nutzung der innerhalb der Baugrenze dargestellten Flächen im Rahmen eines Gesamtkonzeptes, welches dem Charakter und der Bezeichnung „Rheinschloss“ gerecht wird.

Ein Abriss des bestehenden Gebäudes wird aus wirtschaftlichen Gründen und infolge der massiven, erhaltenswerten Bausubstanz kaum zweckmäßig sein. Sollte es sich jedoch im Rahmen des architektonischen Ideenwettbe-werbs herausstellen, dass damit eine höhere wirtschaftliche Nutzungsmög-lichkeit und auch architektonische größere Akzeptanz bei optimaler Nutzung des Grundstückes hervorgeht, kann hier nochmals abgewogen werden.

Die Nutzung des neuen Bauobjektes orientiert sich am Bedarf und der ent-sprechenden Nachfrage im hiesigen Raum entsprechend einer noch zu beauftragenden Nutzungsanalyse. Daher kann zum jetzigen Zeitpunkt in der Phase I noch keine konkrete Aussage darüber getroffen werden.

Es empfiehlt sich daher zunächst von einer gemischten Nutzung auszuge-hen, in der Büroräume für Dienstleistung, medizinische Behandlung, Wohnen und ggf. auch ein Hotelkomplex mit vorgesehen sind.

Dementsprechend müssen auch die hierfür erforderlichen
Stellplätze bzw. Parkplätze nachgewiesen werden. Also gehört
es auch zu diesem Architektenwettbewerb die Unterbringung
von Fahrzeugen in angemessener Weise und Anzahl konzeptionell
vorzusehen.
(auch ggfs über die Möglichkeit eines automatischen Parksystems).

Die zu planende Mietfläche bei optimaler Ausnutzung des Grundstückes wird auf die Größe von ca. 8.500,00 m² festgelegt.

Diese beinhalten:

a) ca. 1.750,00 m² (inkl. Erweiterung) nutzbare Fläche im Bereich des be-stehenden Gebäudekomplexes das aufgestockt bzw. erweitert werden kann;

b) ca. 2.000,00 m² nutzbare Stell- bzw. Parkplatzfläche (Mietfläche);

c) ca. 4.750,00 m² nutzbare Neubaufläche (Mietfläche);

Die entsprechenden Ideen sollen anlässlich einer Gemeinderatsitzung dem Gemeinderat von Ihnen selbst präsentiert, begründet und erläutert werden. Hierzu ist auch der entsprechende wirtschaftliche Aspekt bei der Nutzung des Grundstückes rechts und links des bestehenden Gebäudes, also die optimale Nutzung innerhalb der Baugrenze darzustellen und deren Notwendigkeit zu begründen.

Derzeit finden Vorbereitungen zur Durchführung von Potenzialanalysen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen sowie geologische Untersuchungen statt, um das Bebauungsplanverfahren zu forcieren.

Folgende Leistungen werden hierfür von Ihnen erwartet:

in der Phase I:

– Darstellung der Grundfläche im Lageplan M. 1:500 mit Angabe der Grö-ße der Bebauung in beigefügtem Konzept eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes unter begründeter Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche. Es wird eine Mietfläche von mindestens 8.500m² inkl. des Bestandes erwartet.

– Flächen- und Volumenberechnungen.

– Vorder-, Seiten- und Rückansichten eines
Bebauungskonzeptes M. 1:500 in Form einer Zeichnung
oder als Photomontage bzw. 3D-Animation.

– Darstellung der Einbeziehung eines erweiterungsfähigen Parkplatzangebotes mit den erforderlichen Zufahrten M. 1:500.

– Schnitte durch die geplanten Gebäude an entscheidenden Punkten mit Darstellung der Berücksichtigung und Nutzung der Hanglage M. 1:500.

in der Phase II:

– Überarbeitung bzw. Aufarbeitung des Entwurfes der Phase I auf die Be-schlüsse des Gemeinderates M. 1:200.

– Einarbeitung der zur Verfügung gestellten Bedarfs- und Nutzungs-analyse in ein Nutzungskonzept mit Übertragung in die Grundrisse M. 1:200.

– Bearbeitung von Grundrissen hinsichtlich Funktionalität mit Grobbema-ßung M. 1:200.

– Ansichten und Schnitte M. 1:200.

– Flächen- und Volumenberechnungen.

– Darstellung der Erschließung und Zufahrt mit Tiefgarage M. 1:200.

– Nutzung der Hanglage M. 1:200.

Auf Vorschlag der Architektenkammer erhalten sämtliche Teilnehmer ein Bearbeitungshonorar für die Phase I .

Drei Wettbewerbsarbeiten werden von einem Preisgericht bestimmt. Diese bilden eine Preisgruppe und werden damit zu Teilnehmern in der Phase II.

In der Phase II erhält jeder Teilnehmer ein weiteres Bearbeitungshonorar.

Das Preisgericht erteilt Anerkennung auf der Grundlage der
Rangfolge der Arbeiten in Phase II.

Mit der Vergütung gehen die Nutzungsrechte an Bruno Stärk über.

Die Wertung der eingereichten Wettbewerbsarbeiten eines Bebauungskon-zeptes erfolgt nach folgenden Kriterien:

a) Wirtschaftlichkeit und optimale Ausnutzung des Grundstückes im Sinne der dargestellten Orientierung in dem beigefügten Bebauungsplankonzept. Es wird Wert darauf gelegt, dass die östlich des bestehenden Gebäudes liegende Grundstücksflächen in das Bebauungskonzept einbezogen und entsprechend begründet wird.

b) Architektonische Gestaltung und Einfügung in die Umgebung.

Das Verfahren wird anonym durchgeführt, d. h. die Verfasser bleiben bis zum Abschluss der Sitzung des Bewertungsgremium anonym.

Die einzureichende Wettbewerbsarbeit ist in allen Teilen nur durch eine Kennzahl aus sechs verschiedenen arabischen Ziffern (1 cm hoch, 6 cm lang) in der rechten oberen Ecke zu kennzeichnen. Eine Verfassererklärung mit Nennung aller am Entwurf Beteiligten ist in einem mit der Kennzahl versehenen undurchsichtigen und verschlossenen Umschlag einzureichen.

Der Abgabetermin wird mit Datum 07. Februar 2011 um 14:30 Uhr als Aus-schlussfrist festgelegt. Die Wettbewerbsarbeit muss am angegebenen Datum zur angegebenen Uhrzeit im Stadtbauamt Waldshut-Tiengen, Frau Ulrich vorliegen.

Eine Erklärung / Vereinbarung ist Voraussetzung
für Ihre Teilnahme am Architektenwettbewerb.
Bruno Stärk

1 Comment for this entry

  • BV sagt:

    Prima. Da wurde gegenüber dem ursprünglichen Entwurf ja tüchtig nachgebessert, scheint mir aber angesichts der Wichtigkeit auch sinnvoll. Dto. die Terminverlegung nach hinten. Wirkt sich sicher positiv auf die Qualität der eingereichten Arbeiten aus.

    Flankierende Maßnahmen sollten aber nicht vergessen werden, damit nach einer hoffentlich positiven und zustimmenden Behandlung im Gemeinderat zügig mit der Umsetzung begonnen werden kann.

    Viel Erfolg.

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